Wissenswertes

Wissenswertes über Leder
Leder
Tierhäute und –felle wurden schon in der Frühzeit menschlicher Zivilisation auf einfache Weise präpariert und als Bekleidung zum Schutz des Menschen vor Witterungseinflüssen verwendet.Es ist anzunehmen, dass die rohen Häute und Felle zuerst nur durch Trocknen und Raucheinwirkung nutzbar gemacht wurden, bis man mit fortschreitender Entwicklung der Zivilisation erkannte, dass eine weitaus bessere Haltbarkeit erzielbar ist, wenn das Hautmaterial mit gerbstoffhaltigen Pflanzenteilen (zerkleinerten Rinden, Hölzern oder Früchten) behandelt wird. Man lernte auch durch Einhängen der Häute in Wasser (kontrollierter Fäulnisprozess) und durch Behandlung des Hautmaterials mit Asche die Haare zu entfernen, wenn das „gegerbte“ Hautmaterial nicht als Pelz sondern als Leder verwendet werden sollte.
Neben verschiedenen Arten der Vegetabilgerberei (Loh- und Rotgerberei) ist auch die Sämischgerberei mit Tran, Fett oder Öl aus historischer Überlieferung bekannt und wird zum Teil heute noch praktiziert. Die Weißgerberei mit Alaun ergänzte vermutlich erst später den Erkenntnisstand der frühen Gerber.
Das Färben (ursprünglich Bemalen) des Leders mit pflanzlichen, tierischen oder mineralischen, farbigen Materialien ist ebenfalls aus sehr früher Zeit bekannt.
Aus diesen Anfängen entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte ein traditionsreiches Handwerk. Nach Einführung der Chromgerbung, etwa seit Ende des 19. Jahrhunderts entstanden Industriebetriebe, deren weltweite Verbreitung und wirtschaftliche Bedeutung allgemein bekannt ist.

LEDERARTEN
Die nachstehende Übersicht gibt Hinweise auf typische Eigenschaften der einzelnen Lederarten und auf die dafür verwendeten Rohwaren.

ASA-Leder sind Leder für Arbeiter-Schutz-Artikel (Schuhe, Handschuhe, Schürzen) aus chromgegerbten Spalten, Rind- oder Schweinsledern, oft mit Spezialausrüstung (schwer entflammbar, ölabweisend).
Bekleidungsleder sind rein chromgegerbte oder kombiniert gegerbte, dünne, weiche und geschmeidige Narbenleder oder Velourleder aus Schaf-, Ziegen-,Kalbfellen sowie aus Schweins- und Großviehhäuten.
Blankleder sind pflanzlich gegerbte, kräftige Rindleder für Militärartikel (Riemen, Koppeln) und rustikale Stuhlsitze.
Fensterleder werden aus Schafspalten durch Sämischgerbung mit Tran hergestellt.
Futterleder ist ein relativ dünnes, vegetabil-synthetisch, chrom- oder chrom-vegetabil gegerbtes Leder. Neben Untersortimenten von Schaf-, Rind-, Kalb- und Roßleder werden Schafnarbenspalte und Rindspaltleder als Futterleder für Schuhinnenbau verarbeitet.
Geschirrleder ist ein kräftiges, vollnarbiges Leder aus Großviehhäuten für Pferdegeschirr und Sättel meist in Vegetabil-Synthetischer, selten in Kombination Chrom-Vegetabil- oder Chromgerbung.
Möbelleder sind dünne, meistens chromgegerbte Leder aus großflächigen Rindhäuten.
Nappaleder sind sehr weiche, dünne Lederarten für Schuhe, Handschuhe, Lederbekleidung und Polstermöbel in Chromgerbung.
Nubukleder sind chromgegerbte, leicht nachgegerbte Kalb- oder Rindleder, deren Narbenseite samtweich geschliffen ist, für Schuhe, Lederbekleidung, Gürtel usw.
Narbenleder haben noch die natürliche Narbenoberfläche in Unterschied zu geschliffenen narbenkorrigierten Schleifboxledern und Spaltledern.
Oberleder ist ein Sammelbegriff für alle für den Schuhoberbau geeigneten Lederarten. Polsterleder veg. Möbelleder, Vachettenleder.
Reptilleder werden aus Schlangen, Eidechsen, Krokodilen und anderen Reptilarten mit Chromgerbung oder in rein synthetischer Gerbung hergestellt. Sie werden für Schuhe, Handtaschen und Portefeuilleartikel verwendet.
Spaltleder ist die unter Schicht von Großviehhäuten, welche durch horizontales durchschneiden der Haut gewonnen wird.
Vachettenleder sind dünne, großflächige, vegetabil oder kombiniert chrom-vegetabil gegerbte Rindleder für Aktentaschen, Möbel, Koffer usw..
Velourleder (Rauhleder) ist durch Schleifen samtartig aufgerautes Leder. Narbenleder aus Rind-, Kalb-, Schaf-, und Ziegenfellen werden auf der Fleischseite, Rindspaltleder auf der Narbenseite zugekehrten Schnittfläche geschliffen. Velourleder sind meistens chromgegerbt und werden für Schuhe, Stiefel-, Bekleidung und als Möbel- und Täschnerleder verwendet.
Wildleder ist eine populäre, aber irreführende Bezeichnung für Velour- (Rauh)leder aller Art.

Gerbarten
Die Chromgerbung ist das weitaus wichtigste Gerbverfahren. Etwa 80% aller weltweit hergestellten Leder werden mit Chromgerbstoffen (III-teilige Chromsalze) gegerbt. Vorteile der Chromgerbung gegenüber der klassischen Vegetabilgerbung sind:

hohe Temperaturbeständigkeit,
sehr weich,
hohe mechanische Festigkeit,
gute Lichtechtheit,
hervorragende Färbbarkeit.

In der Vegetabilgerbung erfolgt die Umwandlung der zur Gerbung vorbereiteten Hautmaterials zu Leder durch Behandlung mit Vegetabilgerbstoffen, die aus Pflanzenteilen (Rinde, Holz, Blatt und Frucht) gewonnen werden. Die Vegetabilgerbung wird überwiegend zur Herstellung von Sohl-, Brandsohl-, Blank-, Futter-, Gürtel- und Portefeuilleder angewendet.
Die Gerbung mit synthetischen Gerbstoffen, ist im Vergleich zur Chrom- und Vegetabilgerbung nicht so eindeutig zu charakterisieren.
Unter dem Begriff „synthetische Gerbstoffe“, wird eine Gruppe in der chemischen Zusammensetzung sehr unterschiedlicher, technischer Produkte zusammengefasst die zur Gerbung, Nachgerbung oder auch als Hilfsmittel in der Gerbung und Nachgerbung Verwendung finden. Sie werden in Kombination mit Chrom- und Vegetabilgerbstoffen eingesetzt.

Lederherstellung

Lagern und Sortieren – In gekühlten Räumen wird die Rohware gelagert.
Weichen – Durch das Weichen wird die Rohware von Schmutz und Konservierungssalz befreit und erhält ihren ursprünglichen Wassergehalt zurück.
Äschern – Durch Zugabe von Kalk und Schwefelverbindung lösen sich im Äscher die Haare von der Haut.
Entfleischen und Spalten – Beim Entfleischen werden Gewebe-, Fleisch- und Fettreste mit scharfen Messerwalzen entfernt. Um ein gleichmäßig dickes Narbenleder von bestimmter Stärke zu erhalten, wir das Leder gespalten. Das dabei anfallende Spaltleder kann u.a. zu Velourleder weiterverarbeitet werden.

Beizen, Pickeln, Gerben – Beim Beizen und Pickeln wird das Fell mit Säure und Salz für die Gerbung aufbereitet. Während des Gerbens nehmen die Hautfasern die Gerbstoffe auf. Damit ist aus der rohen Haut Leder geworden.
Abwelken – Die nassen Leder werden durch Abwelken entwässert.
Sortieren – Die Leder werden nach verschiedenen Qualitätskriterien sortiert.
Falzen – Das Narbenleder wird auf eine gleichmäßige Stärke gebracht. Auf der Rückseite werden Unebenheiten entfernt. Anschließend wird das Leder zu Färbepartien zusammengestellt.
Neutralisieren, Füllen, Färben und Fetten – Die aus der Gerbung stammende Säure wird zunächst neutralisiert. Es folgen je nach Ledertyp, eine Füllung und das Färben mit wasserlöslichen Farbstoffen. Durch die Zugabe von Fetten wird schließlich die für das Fertigleder geforderte Weichheit erzielt.
Trocknen – Zwei Methoden werden zum trocknen des Leders angewandt, das Vakuumtrocknen, bei dem die Feuchtigkeit abgesaugt wird und das Hängetrocknen, bei dem die Leder durch Trockenöfen gefahren werden.
Stollen – Um das Leder nach dem Trocknen weich zu machen, wird es maschinell gewalkt (gestollt) und in weiteren Arbeitsgängen für die Zurichtung vorbereitet.
Zurichten – Hier erhält das Leder in einer abschließenden Oberflächenbehandlung sein endgültiges Aussehen. Durch Grundieren, Farbauftrag, Appretieren, Pressen und Bügeln wird dem Leder, je nach den modischen Anforderungen, eine glänzende oder matte, ein-oder mehrfarbige, glatte oder genarbte Oberfläche gegeben. Die Kunst des Zurichtens besteht darin, auf das Leder hauchdünne Schichten aufzubringen, ohne das die Optik und die geschätzten Eigen- schaften wie Geschmeidigkeit und Atmungsfähigkeit beeinträchtigt werden.
Kontrolle – Zwischen allen Arbeitsgängen wird immer wieder die Qualität geprüft. Die Endkontrolle stellt sicher, dass die einzelnen Fertigungspartien in allen Anforderungen dem Ledertyp bzw. der Mustervorlage entsprechen. Dabei werden auch die Leder nach verschiedenen Qualitätsmerkmalen sortiert.
Versand – Die Leder werden elektronisch vermessen, verpackt und gehen in den Versand.

Leder Pflegetipps
Glattleder

Boxkalb (Milchkalb) Merkmale: matt schimmernd, dicht, zugfest, ohne sichtbare PorenReinigung: Schmutzbürste, WasserPflege: Creme, EmulsionSchutz: wenig Imprägniercreme

Chevreaux (Ziegenleder)Merkmale: zart, dehnbar, „glasiger“ Glanz, halbmondförmige PorengruppeReinigung: feine Schmutzbürste, wenig WasserPflege: Creme, EmulsionSchutz: wenig Imprägniercreme

Scotchgrain / Frenchgrain (geprägtes Kalb-/ Rindleder)Merkmale: strukturierte, gebrannte OberflächeReinigung: Schmutzbürste, Wasser, SattelseifePflege: Creme, WachsSchutz: wenig Imprägniercreme

Rindleder (Kuhleder)Merkmale: wie Boxcalf, nur dicker, derberReinigung: Schmutzbürste, Wasser, SattelseifePflege: Creme, WachsSchutz: Imprägniercreme

Fettleder/ Juchtenleder (waterproof)Merkmale: fest, zäh, elastisch, matt, fettiger GriffReinigung: Wasser, Bürste, SattelseifePflege: Creme, Wachs, LederfettSchutz: Imprägniercreme zum Auffrischen des Schutzes

Fleischseitiges LederMerkmale: korkartig, wachsiger GlanzReinigung: Schmutzbürste, Wasser, SattelseifePflege: Creme, Wachs, LederfettSchutz: Imprägniercreme, Imprägnierspray

Rauleder

Nubuk (narbenseitig angeschliffen)Merkmale: samtig mattReinigung: feine Schmutzbürste, RadiergummiPflege: Kautschuk-Kreppbürste, Nubukleder- Emulsion (evtl.) FarbpuderSchutz:

Wildleder (sämisch-gares Leder)Merkmale: wattiger, flauschiger FlorReinigung: feine SchmutzbürstePflege: Kautschuk-KreppbürsteSchutz: Imprägnierspray

Velourleder (fleischseitig geraut)Merkmale: flauschiger Flor mit StrichReinigung: feine Schmutzbürste, WildlederbürstePflege: Kautschuk-KreppbürsteSchutz: Imprägnierspray

Gespritztes Leder

LackMerkmale: spiegelnde OberflächeReinigung: feuchtes TuchPflege: Lacköl mit Chamoistuch / Nylonstrumpf auftragen, polierenSchutz: Imprägnierspray

Bookbinder (Spaziolato)Merkmale: matter, leicht stumpfer GlanzReinigung: feuchtes TuchPflege: Lacköl mit Chamoistuch / Nylonstrumpf auftragen, polierenSchutz:

Spezielle Leder

Cordovan (Pferdeleder)Merkmale: gummiartig, leicht uneben, matter bis starker GlanzReinigung: keine Sattelseife! sondern Schmutzbürste, WasserPflege: Creme / Emulsion mit Shoebone einarbeiten, Striemen zureiben, Glanzbürste. Kein Lederfett!Schutz: kein Imprägnierspray!

Wasserbüffel (Carabao)Merkmale: markantes, gefurchtes Narbenbild, matt, trockener GriffReinigung: Schmutzbürste, Wasser, SattelseifePflege: Keine / selten Wasser, Creme oder WachsSchutz: selten, wenn erforderlich Imprägniercreme

Kroko- / Strauß- / Fisch- / Reptil-LederMerkmale: borkenartig, gerippt, geschuppt, gepunktet, matt bis glänzendReinigung: feuchtes TuchPflege: Spezielle EmulsionSchutz: Imprägniercreme

Textilien (Segeltuch, Rips, Samt, etc.)Merkmale: MaterialmixReinigung: trocken bürstenPflege:Schutz: Imprägniercreme

INTERESSANTES ÜBER KORK
Kork wird in der Außenrinde der Korkeiche, Quercus Suber, gebildet, die hauptsächlich im Mittelmeerraum verbreitet ist. Bei der Rinde handelt es sich um ein pflanzliches Gewebe, das aus vielen mit einem gasförmigen, luftähnlichen Gemisch gefüllten Zellen besteht, deren Wände abwechselnde Schichten aus Zellulose und Suberin aufweisen. Auf Grund seiner Elastizität und Undurchlässigkeit eignet sich Kork hervorragend für die Herstellung von Flaschenkorken, Fußbodenbelägen, Dämmplatten, Pinbrettern und ähnlichen Produkten. Dank seiner bemerkenswerten Qualität kommt Kork auch bei hochtechnischen Anwendungen zum Einsatz, beispielsweise in Automotoren, in Stauanlagen und auf Start- und Landebahnen von Flughäfen. In der Raumfahrt findet man Kork als Wärmedämmung in Raumfähren.
Die Nutzung von Kork als Rohstoff geht auf die Phönizier und die alten Griechen zurück. Weltweit machte sich Kork als Weinflaschenverschluss einen Namen. Tatsächlich ist Kork das einzige Material, das den Wein während der Reife perfekt in der Flasche abdichtet.
Heute ist Kork eine wertvolle Ressource für Portugal und gehört zu den wichtigsten Exportprodukten des Landes.

KORKEICHE
Korkeichenwälder decken ca. 2,5 Millionen Hektar des Mittelmeerraums ab und finden sich hauptsächlich in sieben Ländern: Portugal, Algerien, Spanien, Marokko, Frankreich, Italien und Tunesien. Der Baum kann 250 bis 350 Jahre alt werden. Erst nach 20 bis 25 Jahren kann die Rinde einer Korkeiche zum ersten Mal geerntet werden. Man bezeichnet dies als Jungfernrinde, die eine harte und unregelmäßige Struktur aufweist. Nachdem die Jungfernrinde geschält wurde, bildet sich eine neue Korkschicht. Die erste dieser nach neun Jahren geernteten Schichten bezeichnet man als Sekundärkork. Jede weitere Schicht ist unter dem portugiesischen Wort „Amadia“ bekannt. Ein durchschnittlicher Baum bringt bei jeder Ernte mehrere Hundert Kilogramm Kork hervor und überlebt viele Generationen. Die Rinde wird abschnittsweise von hochqualifizierten Fachleuten mit Spezialäxten abgeschält. Diese traditionelle Handwerkskunst findet schon seit vielen Jahrhunderten Anwendung.
Kork wird auf nachhaltige Weise und so schonend abgeschält, dass der Baum dabei in keinerlei Weise geschädigt wird. Die Rinde wächst vollständig nach und nimmt nach jeder Ernte eine gleichmäßigere Struktur an. Eine Korkeiche lässt sich im Laufe ihres Lebens bis zu 20 Mal problemlos abernten. Damit ist Kork eine wirklich unerschöpfliche Naturressource.
Jahr für Jahr werden neue Korkeichen angepflanzt, um die weitere Korkproduktion zu sichern. Ohne behördliche Genehmigung, die im Übrigen nur selten erteilt wird, dürfen Korkeichen weder gefällt noch zurückgeschnitten werden.
Portugal, das über 50 % des weltweiten Korkbedarfs deckt, geht mit dieser wertvollen Ressource besonders vorsichtig um. Die ersten portugiesischen Gesetze zum Schutz der Korkeiche reichen in das 14. Jahrhundert zurück. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts ist das Fällen von Korkeichen verboten, außer zum Ausdünnen der Wälder oder wenn alte, unproduktive Bäume entfernt werden müssen.
In Zeiten, in denen der Umweltschutz immer stärker an Bedeutung gewinnt, ist Kork der einzige Baum, dessen Rinde sich nach jeder Ernte selber regenerieren kann – so dass der Baum in keiner Weise geschädigt wird. Damit handelt es sich hierbei um eine wahrhaft erneuerbare Ressource.

EIGENSCHAFTEN VON KORK
Die Rinde der Korkeiche weist eine einzigartige Wabenstruktur auf, die sich aus winzigen Zellen zusammensetzt. Jede dieser Zellen hat die Form eines 14-seitigen Polyeders und ist vollständig mit einem luftähnlichen Gasgemisch gefüllt. Die Eigenschaften des Korks ergeben sich ganz natürlich aus der Struktur und dem chemischen Aufbau seiner extrem starken, flexiblen Zellmembrane, die wasser- und luftdicht sind.
Da rund 89 % des Rindengewebes aus gasförmiger Materie bestehen, weist Kork eine extrem geringe Dichte in der Größenordnung von 0,10 bis 0,20 auf. Darin liegt auch die große Diskrepanz zwischen Volumen und Gewicht des Materials begründet.

ZU DEN EINZIGARTIGEN UND NÜTZLICHEN EIGENSCHAFTEN VON KORK GEHÖREN FOLGENDE:

Geringes Gewicht: Kork ist leicht und schwimmt auf dem Wasser. Bereits seit vielen Tausend Jahren ist dies seine offensichtlichste und geschätzteste Eigenschaft. Schon im Altertum wurde Kork in der Fischerei eingesetzt.

Elastizität und Rückfederung: Die Zellmembrane von Kork sind sehr flexibel und machen ihn komprimierbar und elastisch. Das bedeutet, dass er seine ursprüngliche Form wieder annimmt, nachdem er Druck ausgesetzt wurde. Diese sowie weitere Eigenschaften erklären, warum Kork ein so unentbehrliches Material für die Herstellung von Flaschenverschlüssen geworden ist. Auf Grund seiner physikalischen Qualitäten kann Kork perfekt in die Wände des Flaschenhalses eingepasst werden. Wenn Kork starkem Druck ausgesetzt wird, wird das Gas in den Zellen zusammengedrückt, so dass sich sein Volumen beträchtlich verringert. Wenn der Druck wieder weggenommen wird, nimmt der Kork sofort wieder seine ursprüngliche Form an und gewinnt das ursprüngliche Volumen zurück, ohne Anzeichen einer erkennenswerten Verformung.

Undurchlässigkeit: Das Suberin (eine komplexe Mischung aus Fettsäuren und schwerem organischem Alkohol) macht Kork undurchlässig für Flüssigkeiten und Gase. Deshalb verrottet er auch nicht und kann somit als eine der besten Dichtungen angesehen werden.

Isolierung und feuerhemmende Qualitäten: Der Wert von Kork wird durch seine geringe Leitfähigkeit von Wärme, Schall und Erschütterungen noch weiter erhöht. Das kommt daher, dass seine gasförmigen Elemente in winzigen, undurchlässigen Zellen eingeschlossen sind, die durch ein feuchtigkeitsbeständiges Material voneinander isoliert werden. Somit weist Kork unter den natürlichen Stoffen mit die besten isolierenden Fähigkeiten auf, sowohl in thermischer als auch akustischer Hinsicht. Kork ist außerdem von Natur aus feuerhemmend. Weder breiten sich die Flammen bei der Verbrennung aus, noch werden dabei toxische Gase freigesetzt.

Verschleißfestigkeit: Kork ist bemerkenswert verschleißfest und besitzt einen hohen Reibungskoeffizienten. Auf Grund seiner Wabenstruktur wird er weniger durch Eindrücke oder Reibung beeinträchtigt als andere harte Oberflächen.

Des Weiteren: Da Kork keinen Staub aufnimmt, bietet er Schutz vor Allergien und stellt auch für Asthmatiker kein Risiko dar. Außerdem unterliegt er keiner Alterung, so dass er seine hervorragenden Eigenschaften beibehält.

WEITERE INFORMATIONEN ÜBER KORK
Kork wird in der Rinde eines Eichenbaums gebildet, der die botanische Bezeichnung QUERCUS SUBER trägt. Es handelt sich dabei um einen immergrünen Baum, der nur in den Ländern wächst, die an das Mittelmeer grenzen. Portugal liefert rund 50 % der weltweiten Korkernte, Spanien rund 25 %, der Rest stammt aus Algerien, Frankreich, Marokko, Italien und Tunesien.
Bereits 2500 v. Chr. wurden im alten Ägypten Angelposen aus Kork für den Fischfang verwendet. Die alten Griechen fertigten außerdem Angelbojen, Sandalen und Verschlüsse für Wein- und Olivenölbehälter aus Kork. Der Eroberer Alexander der Große soll eine der vielen historischen Gestalten gewesen sein, die Kork verwendet haben. Angeblich soll ihn ein Stück Kork beim Überqueren eines reißenden Flusses vor dem Ertrinken gerettet haben.
Die Römer verwendeten Kork beim Bau von Hausdächern, Bienenkörben, Schiffen und Damenschuhen. Im 17. Jahrhundert vollzog ein französischer Mönch namens Dom Pérignon eine revolutionäre Entwicklung und erfand den heute verbreiteten Korken als Verschluss für Weinflaschen. Im 20. Jahrhundert war Kork die einzige organische Substanz, die als Wärmedämmung in der Raumsonde Viking die Reise zum Mars antrat.

KORK – EIN NATÜRLICHES, UMWELTFREUNDLICHES PRODUKT
Heutzutage, da der Umweltschutz immer mehr an Bedeutung gewinnt, ist Kork der einzige Baum, der sich nach jeder Ernte selber regenerieren kann. Die Korkrinde wird von zwei Dritteln des Baums abge-schält. Die erste Korkernte erfolgt erst, wenn der Baum ca. 20 Jahre alt ist. Eine dünne innere Schutzrindenschicht verleiht der Korkeiche die einzigartige Fähigkeit, zu überleben und sich nach der Entrindung wieder selbst zu regenerieren. Das Abschälen der Rinde erfordert großes Geschick, da die innere Rinde nicht beschädigt werden darf. Für das Abschälen wird eine speziell entworfene, kleine Axt verwendet.
Die erste von einem Baum geerntete Rinde bezeichnet man als Jungfernrinde. Sie hat eine sehr unregelmäßige Oberfläche und eine gräuliche Farbe. Diese Rinde lässt sich in winzige Stücke unterschiedlicher Größe zermahlen und eignet sich dann hervorragend zur Verwendung als Korkdämmung und Kunstkork. Interessanterweise wird sie auch gerne bei der Fertigung von Dekogegenständen eingesetzt.
Nach der ersten Korkernte wird die Rinde alle neun Jahre abgeschält, bis die Korkeiche ein Alter von ca. 150 Jahren erreicht hat. Dann wird der Baum durch einen wesentlich jüngeren ersetzt. Die nach dem Schälen der Jungfernrinde nachwachsende Rinde wird als Refugo-Rinde bezeichnet. Sie sieht ganz anders aus und weist eine viel gleichmäßigere, braune Oberfläche auf. Die erste Ernte der Refugo-Rinde wird meist zum Mahlen verwendet. Kork aus allen späteren Erntevorgängen weist eine bessere Qualität auf und besitzt weniger sowie dichter geschlossene Poren (Körner). Der größte Teil des Korks aus diesen späteren Ernten wird für die Fertigung von Flaschenkorken oder anderer Gegenstände verwendet, die Kork von feinerem Aussehen benötigen.
Nach der Ernte verbleibt die Rinde einige Tage zum Trocknen im Wald, wo sie auch von Kaufinteressenten begutachtet werden kann. Der Kauf von Korkrinde ist keine einfache Aufgabe, da die Qualität nicht nur von Wald zu Wald unterschiedlich ist, sondern auch von Baum zu Baum. Selbst ein und derselbe Baum kann Kork unterschiedlicher Qualität hervorbringen, je nachdem, wie stark die einzelnen Stellen dem Sonnenlicht ausgesetzt waren.
In der Fabrik wird die Refugo-Rinde gekocht, damit sich die holzhaltige Außenschicht leichter entfernen lässt und um die Rinde elastischer zu machen, so dass sie leichter geglättet werden kann. Anschließend wird die Rinde nach den verschiedenen Stärken sortiert, anschließend erfolgt eine Sortierung nach Qualitätsunterschieden. Diese unterschied- lichen Qualitätsgrade bestimmen den Verkaufspreis bzw. die Eignung des Korks für die verschiedenen Fertigungszwecke.
Kork ist ein Naturprodukt mit bemerkenswerten und einzigartigen Qualitäten, die kein anderer Naturstoff aufweisen kann. Ca. 16 cm3 Kork bestehen aus nicht weniger als 200 Millionen eng eingeschlossenen Luftzellen, die jeweils einen Durchmesser von 0,0254 mm aufweisen. Jede der winzigen Zellen hat 14 Seiten, so dass zwischen den einzelnen Zellen so gut wie kein Zwischenraum vorhanden ist. Dies verleiht dem Kork seine bemerkenswerte Elastizität und die Fähigkeit, nach dem Zusammendrücken wieder seine ursprüngliche Form anzunehmen.

KLEINES GUMMILEXIKON
Dichte

Ist ein nach DIN genormtes Messverfahren.
Die Dichte beschreibt das Verhältnis von Masse (m) zum Volumen (V) (Dichte = m / V).
Je kleiner die Dichte, umso leichter ist das Material.
Angeben ist gr./cm3 oder kg/m3.

HÄRTE SHORE A

Ist ein nach DIN genormtes Härte-Messverfahren von Gummi, Schäumen…, d.h. Prüfgeräte und Prüfverfahren ist exakt vorgeschrieben,
Härteskala von 0 = „weich“ bis 100 „hart“.

ABRIEB

Ist ein nach DIN genormtes Messverfahren. Hierbei wird ein Prüfkörper mit 10N (ca. 1.-kg) oder 5N (ca. 0,5kg) Belastung über eine drehende Walze mit Schmirgelpapier gezogen. Bei der Auswertung wird das abgetragene Volumen bestimmt. Die Angabe erfolgt in mm3.
Je höher der Wert, desto größer der Abrieb.

RÜCKPRALLELASTIZITÄT

Ist ein nach DIN genormtes Verfahren zum Messen der Elastizität eines Werkstoffes.
Je höher der Rückprall, desto elastischer ist das Material. Der Wert wird in % angegeben.

SCHRUMPF

Ein Prüfkörper mit einer vorgegebenen Länge, Breite und Dicke wird bei 70°C vier Stunden lang in einem Ofen gelagert. Nach einer definierten Abkühlzeit wird die Längen- und Breitenänderung bestimmt und prozentual zu den Ausgangsmaßen angegeben.
Je kleiner der Prozentsatz, desto besser der Schrumpf.

ANTISTATISCH

Der Werkstoff darf sich nicht statisch aufladen.
Kein Funkenschlag, z.B. Elektronische Geräte, Tankwart.

LEITFÄHIG

Strom wird durch das Material geleitet, z.B. Anwendung beim Tragen von leitfähigen Schuhen auf ableitenden Fußböden (Reinraum).

LEICHTZELL

Ist ein mit Treibmittel aufgeschäumtes EVA-Material. Je nach Treibgrad können Materialien mit unterschiedlichen Härten und Dichten erzeugt werden. Produktbeispiele namhafter Hersteller: EUROsoft (ok Gummiwerk), Luna-Materialien (nora®).

EVA

Ethylenvinylacetat ist ein Kunststoff mit guter Alterungsbeständigkeit. EVA weist hohe Flexibilität und gute Rückstellfähigkeiten auf. Ausgezeichnetes Aufbau- und Innenschuhmaterial, leichte Laufsohlenplatten. Produktbeispiele namhafter Hersteller: ELF (ok Gumiwerk), EUREVA (ok Gummiwerk), EUROleicht 30 / … 40 / … 58 (ok Gummiwerk), Luna-Materialien (nora®).

ZELLKAUTSCHUK

Ist ein mit Treibmittel aufgeschäumtes Kautschukmaterial. Sehr rutsch- und abriebfest bei spezifisch leichtem Gewicht. Einsatz bei orthopädischen Schuhen, Schuhzurichtungen und für die anspruchsvolle Schuhreparatur. Produktbeispiele namhafter Hersteller: Astro (nora®), Astrolight (nora®), EUROpor (ok Gummiwerk), EUROstar soft (ok Gummiwerk) Gumlite (Vibram), HK-Zell R(ok Gummiwerk), Newflex (Vibram), Star Legero (Schomburg & Graf), Star X (Schomburg & Graf).

KOMPAKTGUMMI

Kompaktmaterialien werden aus Kautschuk gefertigt. Beim Endprodukt erhält man massive Sohlen- und Absatzplatten mit guten Abriebwerten. Produktbeispiele namhafter Hersteller: Contilit (nora®), Eins A (ok Gummiwerk), Elite (nora®), Top 85 (Vibram), Wipro (ok Gummiwerk), Zenit (ok Gummiwerk).

TRANSPARENTGUMMI

Sohlen- und Absatzplatten gefertigt aus transparentem Kompaktgummi. Sehr verschleiß- und rutschfest und weisen eine hohe Dehnbarkeit und Flexibilität auf. Einsatz als Laufsohle bei orthopädischen Schuhzurichtungen und orthopädischen Schuhen. Produktbeispiele namhafter Hersteller: Astral (nora®), Durotrans (nora®), Lotus (ok Gummiwerk), Novoflex (ok Gummiwerk), Pro S (ok Gummiwerk), Slip-Stop (ok Gummiwerk).